Meine kleine Wiese ist zu einer großen Wiese herangewachsen. Weil ich sie schonend bearbeiten will, brauche ich eine gute Sense. Unsere alte war vergleichbar mit einem Hackebeil. Fünf Minuten Arbeit mit dem Teil und ich war fix und fertig. Das ist anders, seit ich im Netz das perfekte Werkzeug gefunden habe: Die Sense des Sensenvereins Österreich von Silvanus. Sie kommt zusammen mit einem Holzgriff aus Esche, Worb genannt, und kann je nach Körpergröße individuell bestellt und eingestellt werden.
Mähen auf die sanfte Art
Sensen ist, wenn man es kann, eine kontemplative Tätigkeit. Heute macht fast jede Art der Gartenarbeit Lärm: Laub wird nicht mehr zusammengeharkt sondern gepustet, Rasen mit dem Motormäher bearbeitet, Bäume mit der Motorsäge und Gartenwege mit Hochdruckreinigern. Ich wohne in einer Kleinstadt, in der am Samstag nahezu jeder Mann im Laufe des Tages mindestens ein lärmendes Gerät, meist mit lauter Musikbegleitung, in Gebrauch hat. Den Gesang der Vögel hört man über Stunden nicht.
Fitness-Training auf der Wiese
Eine Sense hingegen arbeitet rhythmisch mit einem leisen Wusch, Wusch durch das Gras, so schnell oder so langsam, wie ich es will und kann. Ich gebe zu, ich übe noch, aber es wird immer besser. Mit der alten Sense habe ich mich gefragt, wie die Leute das früher den ganzen Tag durchgehalten haben. Mit der neuen kann ich es mir vorstellen. Ich muss nur schauen, dass ich den Kragen, den breitesten Teil des Sensenrückens, dicht über den Boden führe, damit ich die Spitze nicht in den Boden ramme. Sensen ist jetzt mein Fitness-Studio, denn die haben ja noch weitgehend geschlossen.
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