Wie kann man sich doch irren! Seit Jahren freue ich mich jedes Frühjahr auf den Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava). Bis ich feststellte: Bei meinen unzähligen altrosa blühenden Pflanzen handelt es sich um den Gefingerten Lernsporn (Corydalis solida). Aber dafür muss man genauer hinschauen, als ich es bisher getan habe. Typisch für den Gefingerten Lerchensporn sind die fingerförmigen Blätter unter der Blüte.

Langer Sporn: Nur wer wie Hummeln oder Schmetterlinge einen langen Rüssel hat, kommt an den Nektar.

In manchen Bundesländern wird der Gefingerte Lerchensporn auf der Liste der bedrohten Pflanzen als „gefährdet“ eingestuft. In meinem Garten wächst er überall, wo der Lust dazu hat: auf den Beeten, auf dem Rasen, unter Büschen und Bäumen. An der Verbreitung seiner Samen bin ich nicht beteiligt. Das übernehmen für mich die Ameisen. Bis die Pflanze zum ersten Mal blüht, dauert es etwa vier Jahre. Danach bildet sie nach und nach dichte Horste. Im fahlen grau-grün des Frühjahrsgarten leuchten sie dann als altrosa Farbklekse.

Kurz vor der Blüte: ein schon mehrere Jahre alter Horst des Gefingerten Lerchensporns

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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